Vier Persönlichkeiten ergeben einen Franzkarl Moor. Vier Engelteufel toben in einer Person. In Nicolas Stemanns Inszenierung von Schillers “Die Räuber” dividieren und multiplizieren vier Schauspieler die Zerrissenheit eines Menschen zwischen Freiheit und Bindung, Verantwortungslosigkeit und Liebesbedürfnis, Stolz und Opportunismus. Ein Abend gegen alle, ein kleines Resümee zur Halbzeit.

Die Faust sprechen lassen: Die vier "Räuber" in Nicolas Stemanns zum tt09 eingeladener Inszenierung. Foto: Arno Declair
Man könnte Nicolas Stemanns Theater als einen Gegenentwurf zum Theater Jürgen Goschs sehen. Wo bei Gosch unkenntlich ist, inwieweit das Spiel überhaupt verabredet ist und ob der Begriff des Darstellens (noch) angebracht ist, ist Stemanns Inszenierung eine einzige große Verabredung, eine artifizielle Konstruktion. (mehr…)

